Was passiert, wenn toten Dingen plötzlich Leben eingehaucht wird, davon können die Puppetmastaz mehr als nur ein Lied singen. Spätestens seit Frosch Wizard von der Muse geküsst wurde, hat er sich schnurstracks in einen rappenden Prinzen verwandelt. Oder in so etwas Ähnliches. Denn zum Interview an Halloween erschien er im Hasenkostüm.
HHV: Wow, Du hast Dich extra verkleidet. Fühlt ihr euch an Tagen wie diesem wohler auf den Straßen, weil die Leute euch ähnlicher werden? Wizard: Ja, irgendwie schon. Die Menschen nehmen solche Tage eben zum Anlass, um sich neu zu erfinden. Nur wir Puppetmastaz tun das sowieso die ganze Zeit. Du, als Mensch, stehst jeden Tag als dieselbe Person auf, aber du könntest ja auch mal jemand anders sein. Da spricht doch nichts dagegen. HHV: Dieser Selbstverwirklichungsgedanke spiegelt sich ja auch im Titel eures neuen Albums »The Takeover« wider… Wir wollen endlich, dass die Dinge die Macht übernehmen. Aber keine Angst, das wird toll! Das bedeutet letztlich nur: Weniger Nachdenken, weniger Probleme, weniger Stress. Es ist doch super, wenn die Hose euch sagt, dass ihr sie anziehen sollt und die Initiative nicht immer nur von euch ausgehen muss. HHV: Einer eurer Songs heißt »Boots On The Ground«, aber viele von euch haben noch nicht einmal Füße… Die liegen nur irgendwo im Regal herum. Das ist eben das Tolle an Puppen: Wenn wir bei einem Konzert mal die Hände in die Luft werfen, können wir sie nachher ganz einfach wieder anschnallen. Das ist bei Menschen schwieriger. »Boots On The Ground« heißt allerdings vor allem, sich selber zu zentralisieren. Im Sinne von: »Heb mal nicht ab, Dicker!« Das ist mehr metaphorisch gemeint. HHV: Habt ihr denn manchmal Minderwertigkeitskomplexe wegen eurer Größe? Minderwertigkeit kann man ja nur empfinden, wenn man das Gefühl hat, dass einem etwas fehlt. Aber oft ist das Fehlen von etwas ja auch eine Befreiung, das kommt auf den Blickwinkel an. Manche Leute heulen rum, weil sie keine Frau haben. Andere feiern das, sind glücklich damit und reiben sich stattdessen an einem Laternenpfahl. Wie gesagt: Die Macht der Dinge. Das ist der richtige Ansatz. Interview: DANIEL SCHIEFERDECKER |


