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Majors

»Danish Dynamite«

Als DJ Static und Nat Ill aus dem hohen Norden Dänemarks 2006 ihr Album »Teamwork« veröffentlichten, konnte keiner ahnen, dass sie schon zwei Jahre später mit Unterstützung von DJ Noize, Negash Ali und J-Spliff zum erneuten Rundumschlag in Form der Majors ausholen. Auf dem gleichnamigen Album vereinen sich drei verschiedene MC-Generationen auf klassischen Hip-Hop-Beats, garniert und feinstens abgestimmt mit den Cutz und Sampleeinwürfen der beiden DJs.

HHV: Wie seid ihr auf die Idee gekommen die Majors zu gründen?

DJ Static: Das Ganze hat sich ziemlich spontan entwickelt. Noize und ich hatten für einen gemeinsamen DJ-Gig am Vorabend extra einen Beat produziert, um den Leuten im Club etwas Besonderes zu bieten. Die Produktion war sogar richtig gut. Als J-Spliff, der an dem Abend als Gast im Publikum stand, diesen Beat hörte, sprang er einfach spontan auf die Bühne und freestylte drauf los. Weil diese Aktion wie die Faust aufs blaue Auge passte, sind die Leute im Club wirklich ausgerastet und komplett durchgedreht. Nach dieser Initialzündung habe ich gleich am nächsten Tag J-Spliff zu uns ins Studio eingeladen, um ihn auf diesem Beat eine Strophe rappen zu lassen. Nat Ill und Negash Ali haben dann auch noch ihren Senf dazugegeben und »Fiyaah« war dann quasi der allererste Majors-Track, der übrigens genauso auf dem Album drauf ist, wie wir ihn damals aufgenommen haben.

HHV: Was ist das Besondere an der dänischen Hip-Hop-Szene?

J-Spliff: In Dänemark gibt es eine riesengroße Underground-Szene mit unzähligen äußerst talentierten Rappern, DJs, Graffitikünstlern und B-Boys. Leider spiegelt sich die Größe und Vielfalt der Hip-Hop-Szene nicht unbedingt in den Plattenverkäufen wieder. Aber das können wir als Majors ja jetzt endlich ändern.

HHV: Static, zusammen mit Nat Ill hast du in den letzten Jahren über sechzig Live-Auftritte allein hier in Deutschland gespielt. Wie ist eure Beziehung zu den deutschen Rap-Heads?

DJ Static: Ja, wir waren in der letzten Zeit wirklich sehr oft hier. Vor allem um unser Album Teamwork zu promoten. Außerdem waren wir auf Tour mit Dendemann. Wir freuen uns einfach über die Möglichkeit so viele verschiedene Städte und Orte zu bereisen und eine Menge netter Menschen kennenzulernen. Das deutsche Publikum weiß den klassischen Boom Bap-Style einfach auch noch mehr zu schätzen, worüber wir uns natürlich sehr freuen und was auf jeden Fall auch ein ausschlaggebender Wohlfühlfaktor für uns ist.

HHV: Wie lange habt ihr an dem neuen Album gearbeitet und was darf man von der Platte erwarten?

Negash Ali: Wir haben im Februar 2007 mit den Aufnahmen begonnen. Es hat dann allerdings bis Juni, Juli gedauert, dass wir wirklich ernsthaft an dem Baby geschraubt haben. Die Essenz des Albums ist dieser spontane Vibe, der sich durch alle Tracks zieht. Wir wollten einfach eine Platte machen, die wir hundertprozentig fühlen und feiern. Der Longplayer musste in erster Linie nur uns gefallen, alles andere hat sich dann entsprechend dem Arbeitsprozess untergeordnet. Statt viel zu planen und dabei eher konzeptionell vorzugehen, haben wir halt einfach drauf los produziert und unser Ding durchgezogen.

HHV: Aber nicht nur als Crew, sondern auch solo sind die Künstler der Majors unterwegs, so zum Beispiel J-Spliff, der gerade mit ziemlich vielen Ami-Rappern vorm Mikro stand. Worauf können wir uns da in Zukunft freuen?

J-Spliff: Für die Arbeit an meinem SoloAlbum »360« hab ich unter anderem mit AG, Masta Ace, Wordsworth, Planet Asia, Mic Geronimo und Sean Price zusammen gearbeitet. Yeah! Ich bin wirklich ein bisschen rumgekommen und stand mit meinen ganz persönlichen Helden in der Aufnahmekabine. Word Up!

HHV: Und Negash, wer hat dich am meisten beeinflusst, bei welchen Rappern mutierst du vom MC zum Fan?

Negash Ali: Dazu gehören definitiv Blak Star, also Mos Def und Talib Kweli. Aber auch Kanye West und Lupe Fiasco feiere ich sehr ab.

DJ Static: Wenn Nat Ill jetzt hier wäre, würde er garantiert Nas, Kool G Rap und Rakim aufzählen. Wir haben alle unterschiedliche Vorlieben und persönliche Hintergründe was Rapstyles, Flows und generelle Einflüsse angeht. Ich finde aber, dass man diese Vielfalt an Musikgeschmack auch unserem Album anhört, schließlich bündeln wir die verschiedensten Inspirationen aus drei Jahrzehnten Hip-Hop-Geschichte. Insbesondere der Track »Three Decades« verdeutlicht dies. Nat Ill – aufgewachsen in den 1980er Jahren – rappt über die Sounds seiner Jugendzeit, analog dazu gelingt J-Spliff das gleiche mit den Neunzigern. Und Negash Ali, unser Küken in der Crew, führt die Reise dann weiter in dieses Jahrtausend.

HHV: Für den Herbst ist wieder eine Tour durch Deutschland geplant, warum darf man eure LiveGigs nicht verpassen?

DJ Static: Im Unterschied zu anderen Crews agieren bei uns zwei DJs und drei Rapper absolut gleichwertig auf der Bühne und geben alle gleiche Teile an Energie zu den Bühnen-Shows dazu. Bei uns hampelt niemand blöd auf der Bühne rum und läßt sich mit Hennessy voll laufen. Wir bereiten uns halt auch wirklich auf unsere Auftritte vor und wollen den Leuten nur die Bestform anbieten.

Text + Interview: ANJA KÄCKENMEISTER

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