Das letzte Lebenszeichen von Bugz In The Attic ist nun schon einige Zeit her. Nun melden sie sich mit einer neuen Remix-Compilation, »Got The Bug Vol.2«, zurück. Es ist durchaus auch als Vorbote zu einem neuen Album zu verstehen
Das Produzenten-Kollektiv Bugz In The Attic war und ist nicht wirklich greifbar. Das liegt nur bedingt an der stattlichen Größe des Zusammenschlusses der Beatschmiede, sondern auch an den unterschiedlichen Wirkungsfeldern und Wohnorte. Paul »Seiji« Dolby lebte seit einigen Jahren in Spanien und zog die andalusische Sonne dem britischen Inselwetter vor, während Darren »Daz-I-Kue« Benjamin zwischen den USA und England pendelt. Der begnadete Keyboarder Kaidi Tatham lotet immer noch die Tiefen zwischen Jazz und Electronic aus und sucht wie alle seiner Kollegen auch 2009 nach der Soul-Formel der Moderne. Egal wo sich die kreativen Köpfe gerade aufhalten – sie alle forschen auf unterschiedlichem Wege nach neuen und avantgardistischen Sounds. Unbeeindruckt streben sie nach neuen Definitionen des Future-Boogie. Vor allem mit ihren Remixen machen sie immer noch regelmäßig auf sich aufmerksam und weisen so wieder darauf hin, dass sie in ihren DJ-Sets Underground-Strömungen, Clubtaugliches und Poppiges spannend verflechten können – auch wenn es schon lange nicht mehr der aktuelle »state of the art« ist, gehören sie zu den Vorreitern von 2-Step, Dub-Step oder Funky House. Mit »Booty LaLa« hatte sie 2005 zwar kurzfristig einen für die Charts relevanten Hit, nur kamen sie und das Stiefmütterchen Broken Beat nie über den Geheimtippstatus hinaus. Das wird wohl auch weiterhin so bleiben. Eine weitere Zusammenstellung ihrer Remixwerke ist im Oktober erschienen. »Got The Bug Vol.2« erinnert nicht nur an den Future Funk-Movement vergangener Tage, sondern auch daran, dass diese Jungs ihr Handwerk beherrschen und zeitgenössische Beats zwischen House, Hip-Hop, Dancehall und Drum’n’Bass mit der Historie schwarzer Musik perfekt miteinander vereinen können. In den letzten zwei Jahren ist etwas leiser um das Kreativ-Team geworden. Es ist also Zeit mal nach zu fragen, was gerade in Arbeit ist. Orin »Afronaught« Walters beantwortete unsere Fragen. HHV: Nach der letzten Compilation »Got The Bug« und dem Album »Back In The Doghouse“ vor vier Jahren ist es etwas ruhig um Euch geworden. Gibt es Euch überhaupt noch als Kollektiv? Bugz In The Attic: Auch wenn es nach außen nicht so wirkt, es gibt uns als Kollektiv sehr wohl noch. Wir arbeiten gerade an unserem neuen Album. »Got the Bug Vol.2« ist somit ein Zeichen an die Fans, dass wir noch da sind und ein Vorgeschmack auf unser neues Zeug. In den letzten Jahren sind viele Dinge passiert. Jeder hat an seinen Solo-Projekten gearbeitet. Daz ist nach Atlanta, Georgia gezogen und nebenher haben wir einiges für andere Künstler produziert. Es war also niemand untätig, nur dass man uns als Kollektiv nicht so wahrnehmen konnte. Das wird sich aber bald wieder ändern. Auf der neuen Compilation gibt es eine Zusammenstellung von Remixarbeiten für Künstler wie Amy Winehouse, Basement Jaxx oder Roisin Murphy. Welche würdet ihr als den populärsten Remix bezeichnen? Ich habe euren Remix für 4 Hero‘s »Hold It Down« noch am massivsten in Erinnerung! Der Remix für Amy Winehouse wurde ja in den letzten Jahren zu Tode gespielt. Wir waren nie so glücklich mit dem Mix, aber die Leute lieben ihn einfach und deshalb wird er auch immer noch gespielt. Das ist der populärste Mix. Ich denke der Remix für »Hold It Down« klingt immer noch fresh, weil er so typisch »british and cutting edge« ist. Darauf sind wir sehr stolz. Eurer Bearbeitungen für Ruben Blades, Willi Colon (»Plastico«) und Fela Kuti (»Zombi«) zeigen Eure Verbundenheit zu den Sounds von Latin Groove, Funk, Jazz und Afrobeat der 1960er und 1970er Jahre. Seht ihr in Eurer Arbeit eine Art Weiterführung des Fusionsgedankens eine Roy Ayers oder Herbie Hancock? Das geht schon in diese Richtung. Bevor solche Künstler wie Herbie Hancock oder Roy Ayers sich mit der Midi beschäftigten, machten sie großartigen, analogen Sound den auch wir mit Bugz In The Attic nachahmten. Wir wollten das, was sie in den 1970er Jahren entwickelten mit dem Sound der Moog und der Rhodes sowie zeitgenössischem Sound der Marke London und New York verbinden. Text: Peter Hagen ‘Bugz In The Attic’ im HHV-Shop |

