Das Kölner Label Melting Pot Music hat mit der in diesem Jahr ins Leben gerufenen Reihe »Hi-Hat Club« in Form und Inhalt aufgezeigt, das man der Krise auch kreativ begegnen kann. Mit zuerst Testiculo Y Uno und nun Suff Daddy haben sie auch stets die richtigen Produzenten zur richtigen Zeit parat
Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass die Musikindustrie schon seit längerer Zeit an massiven Umsatzeinbußen leidet. Doch das einzig der Internetpiraterie in die Schuhe zu schieben, wie es beispielsweise Popkomm-Gründer Dieter Gorny gerne macht, ist sinnwidrig und unkritisch. Vielleicht sollte man einfach mal vehementer die fehlende Kreativität vieler Plattenfirmen, dem Paradigmenwechsel im Verkauf von Tonträgern durch Downloads zu entgegnen, ins Feld führen. Da ist es doch erfreulich, wenn hier in Deutschland von Labels wie Melting Pot Music in dieser Hinsicht echte Pionierarbeit geleistet wird. So hat sich das Kölner Label in diesem Jahr mit der »Hi-Hat Club«-Reihe hervorgetan. Dem Namen nach angelehnt an den großen Bostoner Jazzclub »The Hi-Hat«, haben sich die Jungs um Labelgründer Oliver von Felbert aka Olski etwas Besonderes einfallen lassen, um nicht nur musikalisch, sondern auch optisch aus der breiten Masse herauszustechen. Der Fotograf Robert Winter wirft für uns einen Blick in die Home Studios der Produzenten und hält seine Impressionen auf wirklich gelungenen Bildern fest. Jede LP kommt mit einer Auswahl dieser Fotos und während man jetzt die Platte hört, kann man gemütlich auf dem Sofa liegen, die Fotos durchblättern und weiter von der eigenen MPC oder dem eigenen Micro-Korg träumen. Produzenten wie Hulk Hodn und Twit One (unter dem Namen Testiculo Y Uno auf »Volume 1«) oder Suff Daddy (aktuell auf »Volume 2«) nehmen uns musikalisch mit auf eine Reise zurück in die 1990er Jahre, mit klassischen Boom Bap-Beats und allerlei knisternden Samples. Suff Daddy startet durch Bodenständiger Sound Freuen dürfen wir uns auf »Hi-Hat Club Vol. 3« und auch Suff Daddy hat eine neu EP in der Pipeline mit erstklassigen Gästen wie Miles Bonny, Mar und Fleur Earth. »Das wird eine echt smoothe Geschichte«, sagt er. Wir glauben ihm. Text: Svetoslav Stoyanov |

