Mit Edo G und Masta Ace tun sich zwei Legenden aus der »golden« genannten Zeit des Hip-Hops zusammen. Während der erstere nur noch Kennern der Materie ein Begriff ist, kann man sich auch dieses Jahrzehnt ohne den letzteren musikalisch nicht vorstellen. Ein Gespräch über Gestern und Heute.
Es gibt nach wie vor Hip-Hop-Künstler, die sich treu geblieben sind, ohne sich zu wiederholen oder in der eigenen Vergangenheit zu suhlen. Masta Ace, einst Mitglied der legendären Juice-Crew und eine Institution in Sachen Eastcoast-Hip-Hop, gehört ohne Zweifel zu dieser Sorte von Aktivisten. Eine weitere, etwas in Vergessenheit geratene Größe, dessen Name mit den 1990er Jahre verbunden ist, kollaboriert nun mit Mister »Sittin’ On Chrome«. Edo G., vielleicht nicht mehr allen Heads mit seinem aus dem Jahre 1991 stammenden Klassiker »Life Of A Kid In The Ghetto« in Erinnerung, ist dabei sein kongenialer Partner, wie erste Hörproben wie »Little Young« schon zeigten. Nach einiger Zeit in der Belanglosigkeit und kleinen aber feinen Features auf den Werken von Premo, Spinna oder Pete Rock kam der Bostoner 2007 mit seiner neuen Crew »Special Teamz« zurück und ließ die Welt wissen, dass noch einiges an Benzin im Tank der nicht mehr so jungen Maschine ist. Nun haben die beiden das Album »Arts & Entertainment« aufgenommen, dass die Heads mit gewohnt satten Sounds beglücken wird. Zeit mit dem Veteranen Masta Ace zu sprechen und eine Blick zurück wie nach vorne zu wagen. HHV: Ihr habt beide den Status, an so manchen Klassiker beteiligt gewesen zu sein. Ich denke da an Edos »Love Comes & Goes« oder Masta Ace’ »Sittin’ On Chrome«. Was hat sich in euren Augen in den letzten fünfzehn Jahren geändert im Hip-Hop? Masta Ace: Das Geld hat alles verändert. Es wurde so viel Geld in die Promotion und das Marketing gesteckt, dass die Labels gezwungen waren Künstler unter Vertrag zu nehmen, die genug Radio-Appeal hatten. Man brauchte Hits um die investierte Kohle wieder reinholen zu können. Das Resultat war eine Art »Mikrowellen-Hip-Hop« und wässriger »R’n’B-Rap«. Es gab in den letzten Jahren immer wieder Comebackversuche von ehemaligen Hip-Hop-Größen, die leider sehr schwach ausgefallen sind. Kann es sein, dass es ein großer Fehler ist, nur an der Vergangenheit zu kleben und dadurch keine neuen Impulse zuzulassen? Da kann ich dir nur zustimmen. Ich habe schon immer an fortschrittlichem Denken und Arbeiten festgehalten. Wer versucht, die Vergangenheit zu reproduzieren, stagniert. Das wird auch niemals klappen. Wenn ich jemals versucht hätte ein weiteres »Slaughterhouse« zu machen, wäre ich hundertprozentig gescheitert. Nur so bin ich mit meinen zwei Soloalben erfolgreich geblieben. Ace, du planst auch eine DVD über dein Leben und Karriere herauszubringen. Kannst du schon was darüber verraten? Ja, ich werde die Geschichte meines eigenen Lebens erzählen. Ich interviewe selbst enge Freunde und Verwandte, genauso wie Leute mit denen ich Musik mache. Ein genaues Veröffentlichungsdatum gibt es noch nicht und ich kann auch noch nicht Näheres darüber ausplaudern. Du und Edo G, ihr seid beide in einer Ära populär geworden, in der die Originalität im Vordergrund stand. Gerade Künstler aus Eurer Zeit kritisieren ja, dass heute viele nur noch ein allgemeingültiges Erfolgsrezept kopieren und ihre Individualität dabei verloren geht. Was meint ihr dazu? Ich hasse die ganzen Künstler, die keine Individualität haben. Die Welt ist so voll mit Rappern, die versuchen wie jemand anderes zu klingen. Es ist eigentlich sehr traurig, dass das alles so gekommen ist. Don’t bite, be original! Neben dem Bostoner DJ Supreme One, dem Kroaten Baby Dooks und dem New Yorker DJ Spinna habt Ihr Euch für einige Beats von M-Phazes, einem bisher relativ unbekannten Produzenten aus Australien, entschieden. Wie kam der Kontakt zustande? Er ist einer der heißesten Produzenten, obwohl man ihn fast überhaupt nicht kennt. Er wird meiner Meinung nach schon bald mit den Big-Names arbeiten. Das predige ich schon seit langer Zeit. Er hat einen unglaublichen Sound, weil er Samples und Live-Instrumente kombinieren kann. Text: Peter Hagen ‘Edo G. & Masta Ace’ im HHV-Shop |

