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DJ Mr. Mixx

»As Nasty As He Wanna Be«

Mr. Mixx war für einige Tage zu Gast bei Frauenarzt und Michelmann in Berlin. Die Gelegenheit, sich mit dem DJ der legendären 2 Live Crew genauer zu befassen. Und ein neues Album hat der selbsternannte Miami-Bass-Erfinder auch dabei.

Seine Laufbahn als professioneller Musiker begann etwa im Jahre 1984. Für das Label Macola Records nahm Mr. Mixx seinerzeit erste Platten auf. Geld hat er dafür zwar nie gesehen, aber das änderte sich wenig später, als er mit zwei Freunden vom Militär und einem gewissen Luke Skyywalker die legendäre 2 Live Crew gründete und – laut eigener Aussage – Miami Bass erfand. Rasch verbreiteten sich der Soundentwurf, vor allem harte 808-Drums und tiefe Bässe, sowie das skandalös bis sexistische Image der Band nicht nur im Süden der USA, sondern bis New York und von da letztlich in alle Welt. 1987 brachte ein gewisser Westbam in Deutschland einen Remix von »We Want Some Pussy« heraus, mit dem nicht nur er selbst, sondern auch die eigentlichen Urheber, also die 2 Live Crew hierzulande rasch berühmt wurden.

Mixx erinnert sich durchaus noch an diese Aktion von Westbam, der keine Genehmigung bei ihm und seinen Mitstreitern eingeholt hatte. Sauer ist er allerdings, schon mit Rücksicht auf die seitdem vergangene Zeit, nicht mehr. Zumal man damals sehr besonnen reagierte. »Wir wussten, dass da ein Typ namens Westbam unseren Song genommen und als Live-Version veröffentlicht hatte. Also haben wir das Ding genommen und in den USA selbst herausgebracht. War ja nur fair! Wir haben uns nur zurückgeholt, was uns gehörte. Wir haben allerdings ›Live in Berlin‹ raufgeschrieben, als ob wir drüben bei euch gewesen wären und den Song da gespielt hätten.« Ausgleichende Ungerechtigkeit also.

Couchsurfer
Heute sind das sowieso olle Kamellen. Mr. Mixx ist mittlerweile irgendwo zwischen dem vierzigsten und dem fünfzigsten Lebensjahr. Da lassen die Kräfte natürlich manchmal nach, zumal, wenn die deutschen Gastgeber Frauenarzt und Michelmann ihn jede Nacht auf Parties, Konzerte oder ins Studio schleppen. So ist es nicht ganz verwunderlich, dass dem Hünen ab und an die Augen zufallen. Für den heutigen Abend ist aber erst mal Entspannung angesagt, wie Mixx auf die Frage, ob wieder ein Gig anstünde, durchblicken lässt: »Only some sexual gig!« Es sei ihm gegönnt, immerhin ist er all die Jahre, ohne Rücksicht auf sein Alter, immer am Ball geblieben. Sein jüngstes Werk »The Money And The Booty« ist unter tatkräftiger Mithilfe von deutschen Rappern entstanden, unter anderem Eko, Arzt, Manny Marc und Michelmann, auf dessen Label das Album auch erschienen ist.

Zugute kommt ihm laut seiner eigenen Einschätzung, dass Musik jung hält. »Es wird immer junge Leute geben, die Spaß haben und tanzen wollen. Deswegen kannst du auf der Party bleiben solange du willst. Du musst nur dem Hund zu fressen geben, was er will.« Wobei das Futter natürlich erst einmal bezahlt werden muss. Darum weiß Mixx: »Das Ding ist, du brauchst einen Financier hinter dir, der das Ganze am Laufen hält. Und wenn du es mal geschafft hast, musst du dich auch entsprechend verhalten. Nicht wie T.I., der in einer guten Position ist, sich aber nicht so verhält, sondern den gleichen Bullshit macht, wie jemand, der nichts anderes kennt und nichts zu verlieren hat. Sie wollen alle so gerne Hood bleiben, aber die Hood bringt dich nirgendwo hin. So kannst du dich nicht entwickeln.« Und das war für einen DJ, dessen Hauptthemengebiete sich sonst auf Arsch und Bass beschränken, doch ein ziemlich philosophisches Schlusswort.

Text: Oliver Marquart

Foto: Norman Zoo

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